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Das bin ich

Brandenburgerin. Ökonomin. Geradeaus im Ton, verlässlich im Wort.

Geboren und aufgewachsen in Potsdam, promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin, seit über zwanzig Jahren in der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik. Diese Erfahrung bringe ich für den Wahlkreis 60 in den Deutschen Bundestag ein.

Dr. Saskia Ludwig

Meine Geschichte

Ich bin 1968 in Potsdam geboren und dort aufgewachsen. Wer in der DDR groß wurde, lernte früh, zwischen dem zu unterscheiden, was gesagt wurde, und dem, was stimmte. Man lernte, wo die Grenzen verliefen – nicht nur die an der Elbe, sondern die im Alltag: was man sagen konnte, wen man fragen durfte, was aus einer Bewerbung wurde, wenn die Familie nicht in die Reihe passte.

Nach der Schule habe ich eine Lehre gemacht und anschließend in Leipzig Handel studiert. Ich habe gelernt, wie man Waren bewirtschaftet, in einem Land, in dem die entscheidende Frage nie lautete, was ein Kunde wollte, sondern was zugeteilt wurde. Wer Ökonomie in einer Planwirtschaft lernt, versteht sehr genau, warum sie nicht funktioniert.

Der Herbst 1989

Im Oktober 1989 bin ich über Ungarn in den Westen geflohen. Ich war einundzwanzig.

Das ist schnell gesagt. Es bedeutete: alles zurücklassen. Die Familie, die Freunde, die Stadt, in der ich aufgewachsen war – ohne zu wissen, ob ich sie wiedersehen würde. Niemand konnte in diesem Herbst absehen, wie es ausgeht. Dass wenige Wochen später die Mauer fallen würde, wusste an dem Tag, an dem ich ging, kein Mensch.

Ich bin in München angekommen. Meine erste Arbeit hatte ich im Kaufhof am Stachus, in der Haushaltswarenabteilung. Das war keine besonders romantische Ankunft im freien Westen – aber es war meine eigene Entscheidung, mein eigenes Geld und mein eigenes Leben. Zum ersten Mal.

Anfang 1990 habe ich angefangen, in München Betriebswirtschaft zu studieren. Später habe ich das Studium in Berlin abgeschlossen und 2008 promoviert.

Warum Freiheit für mich kein Schlagwort ist

Freiheit ist in Deutschland zu einem Wort geworden, das man in Sonntagsreden benutzt. Für Menschen, die sie nie entbehren mussten, ist sie ein Zustand – so selbstverständlich wie fließendes Wasser.

Für mich ist sie eine Erfahrung. Ich weiß, wie es ist, sie nicht zu haben. Ich weiß auch, was es kostet, sie sich zu nehmen. Und ich habe erlebt, wie schnell ein Staat erklären kann, dass Einschränkungen gerade jetzt notwendig, verhältnismäßig und alternativlos seien.

Deshalb bin ich misstrauisch, wenn Freiheit gegen etwas anderes abgewogen wird – gegen Sicherheit, gegen Gesundheit, gegen ein höheres Ziel. Solche Abwägungen kann es geben. Aber die Beweislast liegt immer beim Staat, nie beim Bürger. Wer Grundrechte einschränkt, muss sich rechtfertigen. Nicht umgekehrt.

Warum ich für die soziale Marktwirtschaft streite

Ich habe zwei Wirtschaftssysteme erlebt: eines aus der Nähe, das nicht funktionierte, und eines, das ich mir ausgesucht habe.

Die soziale Marktwirtschaft ist für mich deshalb keine wirtschaftspolitische Position unter anderen, sondern eine Ordnung, für die ich mich bewusst entschieden habe. Sie schützt Eigentum. Sie lässt Wettbewerb zu. Sie belohnt Leistung. Und sie sorgt zugleich dafür, dass niemand ins Bodenlose fällt.

Was sie nicht ist: ein Staat, der Betrieben vorschreibt, was sie zu produzieren haben, wie sie zu heizen und in welcher Reihenfolge sie zu investieren haben. Wenn ich heute lese, mit welcher Selbstverständlichkeit Politik wieder in unternehmerische Entscheidungen hineinregiert, dann werde ich unruhig. Nicht aus Ideologie. Aus Erfahrung.

Zurück nach Brandenburg

Ich bin zurückgekommen. In die Region, aus der ich stamme, und in die Politik – zuerst kommunal ab 1998, dann in den Landtag Brandenburg, den ich über zwei Jahrzehnte begleitet habe. Von 2010 bis 2012 war ich Landesvorsitzende der CDU Brandenburg. Seit 2025 vertrete ich den Wahlkreis 60 im Deutschen Bundestag, wo ich bereits von 2019 bis 2021 Mitglied war.

Im Bundestag arbeite ich im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Das ist kein Zufall: Es ist das Feld, auf dem sich entscheidet, ob dieses Land seinen Wohlstand behält – und ob die Betriebe bei uns im Havelland, im Fläming und in Brandenburg an der Havel eine Zukunft haben.

Was mich antreibt

Das Fundament meines Engagements ist die Verbundenheit mit meiner Heimat. Ich bin hier aufgewachsen, ich bin zurückgekommen, und ich kenne die Orte, über die ich in Berlin rede.

Und ich habe eine Überzeugung, die sich aus meiner Geschichte ergibt: Gute Politik beginnt beim Zuhören – aber sie endet bei einer klaren Entscheidung. Wer sich vor Entscheidungen drückt, überlässt sie anderen.

Ich sage, was ich denke. Und ich tue, was ich sage. Das ist nicht immer bequem, weder für mich noch für andere. Aber ich habe zu lange in einem Land gelebt, in dem man das nicht konnte, um es heute anders zu halten.

Werdegang
  • seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages, Wahlkreis 60
  • 2019–2021 Mitglied des Deutschen Bundestages
  • 2004–2025 Mitglied des Landtages Brandenburg
  • 2010–2012 Fraktionsvorsitzende der CDU Brandenburg
  • 2008 Promotion (Dr. rer. pol.)
  • seit 1998 Kommunalpolitik in Potsdam und im Umland
  • 1995 - 2024 Mitinhaberin des Familienunternehmens Funck & Co. GmbH
  • 1990–1995 Studium der Betriebswirtschaftslehre, München und Berlin
  • Oktober 1989 Flucht über Ungarn in den Westen
  • 1987–1989 Studium in Leipzig
  • 1984–1987 Berufsausbildung

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